Arnulf Meffle, der Handball-Weltmeister von 1978


1, 2, 3. Ich wurde in den Handball geboren. Mein Vater und mein Opa waren
schon im Handball. Da bin ich schon als Bub mit. Da bin ich dann hängen geblieben,
weil es mir Spaß gemacht hat. Die WM war natürlich schon, auch von dem, was nachher lief, auch wenn es spärlich war im
Vergleich zu heute, für die Zeit war es ein
gigantisches Erlebnis. Handball hat mich geprägt. Ohne Handball wäre ich nicht da. Das ist Teil meines Lebens. Wenn ich Handball brauche,
ist er da, wenn der Handballer mich
braucht, bin ich da. Das habe ich gemerkt. 1:0 für Rot. Der Weltmeister – heute Lehrer
an der Otto-Hahn Realschule Lahr. Ein Lehrer mit Herz und Härte: Es muss nicht unbedingt immer ein Spitzensportler herauskommen, sondern jemand, der Spaß an der
Bewegung hat. Dann bin ich froh und zufrieden. Wenn das nicht der Fall ist, werde
ich auch mal wütend. Vor 40 Jahren: Arnulf Meffle – gefürchtet. Der Linkshänder auf Rechtsaußen
warf zahllose Tore. In der Bundesliga für TUS Hofweier
und in der Nationalmannschaft, Weltmeister 78,
Olympiazweiter 1984. Arnulf Meffle war auch
gerngesehener Gast beim SWR: Guten Abend, meine Damen und Herren. Viel Spaß bei Sport im Dritten. Der WM-Titel 1978
gegen die Sowjetunion – überraschend für die Fachwelt, aber nicht für den selbstbewussten
Ortenauer Arnulf Meffle: Ich bin da hingefahren und wollte
Weltmeister werden. Das war mein Ziel. Ich habe alles untergeordnet. Es war schon ein Höhepunkt für mich. Das Team von 78 – auch heute
noch eine verschworene Gemeinschaft. Am Montag – großes Jubiläumsfest
in Aschaffenburg. Doch das über 50 Jahre unbeschwerte
Leben schien 2009 für Meffle ein jähes Ende zu nehmen. Bei ihm wurde Blutkrebs
(Leukämie) festgestellt: Die Diagnose kam: unheilbar. Wenn wir nichts machen, dann
noch 2 Jahre. Eine Stammzellentransplantation
rettete das Leben. 2013 kann er das Hospital mit seiner
Frau verlassen, gilt als geheilt. Er trifft 2 Jahre später
seinen Stammzellenspender. Hallo. Hallo. Ich bin Wolfgang. Danke. Wie geht es dir? Ich bin sehr zufrieden, dank dir. Das war schon extrem emotional. Man trifft im Prinzip denjenigen, ohne den man nicht mehr leben würde. Heute genießt er sein Leben. Den Handball hat er
gegen kleinere Bälle getauscht, genießt jeden Tag seines Lebens, das vor 5 Jahren
hätte vorbei sein können. Für mich ist alles, was kommt, beruflich oder privat, das ist alles Zugabe. Das ist Zugabe, deswegen kann ich auch alles
genießen. Arnulf Meffle ist
Handball-Weltmeister von 1978. Aber sein größter Erfolg:
der Sieg über die Leukämie. Sein ganzes Leben
verbrachte er in der Ortenau, wegen der Ruhe und Abgeschiedenheit,
v.a. am Altrhein. Hier ist der Beginn einer meiner
Lieblingsplätze. Ich kann hier meiner Leidenschaft
nachgehen, Kanufahren. Da hat man einfach seine Ruhe. Man kann sich entspannen, ist
weg vom Trubel. Das ist das,
was mir hier unheimlich gefällt.

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